Schleppende Zahnschmerzen – ist es eine Bänderzerrung?

Schleppende Zahnschmerzen – ist es eine Bänderzerrung?

Glücklicherweise folgt auf anhaltende Zahnschmerzen in der Regel ein Besuch beim Zahnarzt. Ganz gleich, ob eine Füllung, eine Krone (Kappe) oder eine Wurzelbehandlung notwendig war, die Schmerzen lassen in der Regel innerhalb von 24-48 Stunden nach. Wenn die Zahnschmerzen jedoch nicht verschwinden, obwohl das Zahnmark nach einer Untersuchung und Röntgenuntersuchung gesund ist, kann es sich um eine Bänderzerrung handeln.

Um zu verstehen, wie ein Zahnschmerz durch eine Bänderzerrung verursacht werden kann, ist ein kurzer Überblick über die Anatomie eines Zahns unerlässlich:

Jeder Zahn im Mund ist mit dem Knochen, in dem er sitzt, durch eine Struktur verankert, die als parodontales Ligament oder PDL bezeichnet wird. Dieses Band unterscheidet sich nicht von allen anderen Bändern im Körper und ist, wenn es gesund ist, dafür verantwortlich, dass der Zahn in einer stabilen Position bleibt. Dieses Ligament, das hauptsächlich aus Wasser besteht, wirkt auch als Stoßdämpfer. Das PDL wimmelt von Nervenenden, was ihm die Fähigkeit verleiht, unsere Kaubewegungen zu steuern und dem Gehirn mitzuteilen, wie viel Kraft es je nach Konsistenz der Nahrung im Mund ausüben muss.

Außerdem ist das PDL das „GPS-System“ der Mundhöhle und in seiner Funktionsweise so fein abgestimmt, dass es eine kleine Fischgräte inmitten eines Mundes voller Nahrung finden kann. Diese Fähigkeit trägt dazu bei, die Zähne und die umliegenden Weichteile vor Verletzungen zu schützen, die sonst bei normaler Funktion auftreten könnten.

  • Zahnschmerzen sind typischerweise das erste Symptom einer PDL-Verstauchung. Häufige Ursachen für eine Verstauchung sind:
  • Beißen auf Nahrung, die härter ist als erwartet
  • Aufprall durch einen sich ausdehnenden Airbag
  • Zahntrauma, bei dem die Zähne zusammengedrückt werden
  • Ein versehentlicher Zusammenstoß mit dem Kopf eines Babykopf
  • Zahnärztliche oder kieferchirurgische Eingriffe
  • Tagelange Überbeanspruchung wie Nägelkauen oder Bleistiftkauen
  • Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus)

Wenn diese Bänder einmal verstaucht sind, kann es einige Zeit dauern, bis diese Bänder heilen, weil es schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, den oder die betroffenen Zähne beim Kauen, Sprechen und manchmal sogar beim Schlucken nicht zu benutzen. Wenn das PDL ständig verletzt wird, werden die winzigen Nervenenden im Band im Laufe der Zeit sensibilisiert (ähnlich wie bei einem Sonnenbrand), wodurch die Schmerzen zunehmen und oft auf das umliegende Zahnfleisch und die Nachbarzähne übergreifen. Und wenn das Überlastungsverhalten am Tag und/oder Bruxismus im Schlaf anhält, werden die Schmerzen wahrscheinlich weiter anhalten.

Da dieses Problem nicht im Zahnmark liegt oder durch eine Beeinträchtigung der Zahnhartsubstanz verursacht wird, führen zahnärztliche Bemühungen zur Behebung des Problems wahrscheinlich zu einer weiteren Verschlimmerung der Schmerzen. Wie bei allen Bändern ist bei einer Verstauchung oft Ruhe und Unterstützung erforderlich, damit die Heilung eintreten kann.

Der Schlüssel ist daher, herauszufinden, warum die Verstauchung aufgetreten ist, bevor eine Behandlung geplant wird. Wenn die Verstauchung auf ein einzelnes, identifizierbares Ereignis zurückzuführen ist, ist Zeit die beste Therapie, da die Heilung in der Regel eintreten wird. Die Einnahme eines entzündungshemmenden Medikaments wie Advil oder Aleve für fünf bis sieben Tage kann ebenso helfen wie das Vermeiden des Kauens auf dem schmerzenden Zahn. Wenn Sie vermuten, dass nächtliches Zähneknirschen oder -pressen die Ursache ist, kann die Verwendung einer oralen Vorrichtung während des Schlafs das beste Mittel sein.

Es kann vorkommen, dass ein Trauma eines Zahns Bänderschmerzen verursacht, die anhalten und chronisch werden, weil die Nervenenden spontan zu feuern beginnen, selbst wenn sie durch normale tägliche Aktivitäten wie Sprechen, Schlucken und das Essen selbst weicher Speisen provoziert werden. In solchen Situationen können Medikamente erforderlich sein, die die gereizten Nervenenden beruhigen. Das Wichtigste ist, dass diese Probleme nicht durch eine Wurzelbehandlung gelöst werden und diese Art der Behandlung vermieden werden sollte.

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